Verändertes Zugvogelverhalten?

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  • (1) Storch in Hunawihr, Frankreich, Bild von "Tambako the Jaguar"

    (2) Viele Vögel, wie dieses Jungtier, überleben den langen und anstregenden Flug nicht. Bild von Boby Dimitrov, aufgenommen in Sosopol an der bulgarischen Schwarzmeerküste

  • Verändertes Zugvogelverhalten?
    11.06.2009 10:29

    Zugvögel zeigen verändertes Zugverhalten
    Die frühzeitige Rückkehr der Störche aus ihren winterlichen Gefilden wird oft dem Klimawandel zugeschrieben. Statt der üblichen Ankunft in der ersten Aprilhälfte sitzen in manchen Jahren schon im Februar die ersten Paare auf ihren Nestern. Auch das Zugverhalten anderer Vogelarten scheint sich in den letzten Jahren verändert zu haben, wie Forschungen am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell am Bodensee zeigten: Seit Mitte letzten Jahrhunderts hat sogar ein Drittel der untersuchten Arten das Zugverhalten deutlich geändert. Manche Arten verlagerten ihre Brutgebiete nicht nur in weiter nördlich liegende Gebiete, auch die Überwinterungsperiode ist deutlich kürzer. Teils fand der Flug in die Überwinterungsgebiete nicht statt. Für die Ornithologen vom Bodensee scheint der Klimawandel die offensichtliche Ursache zu sein.

    Storchennest im Gewitter

    Klimawandel als Ursache?
    Ob nun der Klimawandel die alleinige Ursache ist, ist eher fragwürdig. Störche sind Segelflieger und benutzen die Thermik, also warme Aufwindschläuche. Diese finden sich typischerweise über Wäldern, aber auch über sonstigen eher feuchten Gebieten, die sich leicht erwärmen können. Das Mittelmeer bietet kaum Thermik, weshalb die Vögel dieses überfliegen. Dabei wählen sie teils die Route über den Bosporus und Sinai, seltener die mittlere Route über Italien und Tunesien. Die sogenannten „Weststörche“ wählen den Weg über Spanien und Gibraltar, um in Westafrika den Winter zu verbringen. Allerdings wird häufiger beobachtet, dass viele der „Weststörche“ lieber den Winter an den Reisfeldern und offenen Müllkippen zwischen Gibraltar und Cádiz verbringen. Diese bieten ganzjährig Nahrung. Dass diese Tiere dann auch früher an ihren Brutplätzen zurück sind und den später aus Afrika zurückkehrenden Verwanden den Brutplatz wegnehmen, ist somit kein Wunder.

    Müllkippe weg, was dann?
    Was allerdings passiert, wenn diese offenen Müllkippen geschlossen werden, wie es die EU-Regelung vorsieht, wird sich zeigen. Ziehen die Störche dann wieder nach Afrika? Oder bleiben sie nördlich der Sahara, da sie nun auch dort aufgrund des verändernden Klimas geeignete Überwinterungsbedingungen finden?

    Von: Alexandra Mittermeier

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