Sonne und Klima

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  • (1) Dieses Bild der NASA zeigt die Sonne hochaufgelöst (die untere Bildkante einer Länge von etwa 2000 km), in schwarz der Sonnenfleck, aufgenommen am 14.11.2002, Quelle: SST, Royal Swedish Academy of Sciences

  • Sonne und Klima
    18.09.2009 13:52

    Für viele scheint er naheliegend: Der Zusammenhang zwischen Sonnenaktivität und dem Klima. Ein guter Zeitpunkt, um diesen etwas näher zu beleuchten.

    IPCC und die Sonne
    Wir kennen alle die Szenarien des IPCC. Die Spannweiten der möglichen Erwärmung zum Jahr 2090 bis 2099 sind dabei beträchtlich. Je nach wirtschaftlichem und bevölkerungstechnischem Wachstum sowie unserem Umgang mit den fossilen Energiereserven, liegt die Spannweite zwischen 0,6 und 4,0°C, die äußerste Bandbreite reicht bis 6,4°C. In den Berechnungen wurden auch die natürlichen Schwankungen der solaren Strahlung berücksichtigt. 

    Die Sonne im „Winterschlaf“?
    Was allerdings nicht berücksichtigt wurde, sind Änderungen in der Sonnenaktivität selbst.  Ein Maß dafür ist die Anzahl der Sonnenfleckenauf der Sonne.  Die Zahl der gemessenen Sonnenflecken folgen mehreren Zyklen. Die Vorhersage der Sonnenaktivität und somit auch der Sonnenflecken ist alles andere als einfach und kann nur sehr vage abgeschätzt werden. Aktuell befindet sich der Sonnenzyklus im Bereich des „Modernen Minimums“. Anfangs des Monats machte das SOHO (Solar and Heliospheric Observatory) bekannt, dass die jetzige Periode der fleckenfreien Sonne die längste seit etwa 100 Jahren ist. Ein durchaus bemerkenswerter Zeitraum. Geht die Sonne also in eine Art Winterschlaf über?  Für Henrik Svensmarkvon der Technischen Universität in Kopenhagen ist klar, dass „die globale Erwärmung der Erde beendet ist und eine Abkühlung stattfindet.  Kein Klimamodell hat die Abkühlung der Erde vorhergesagt, welche genau das Gegenteil darstellt. Das bedeutet, dass die Berechnungen des zukünftigen Klimas falsch sind“*.  

    Sonnenaktivität der Vergangenheit
    Der Schluss liegt sehr nahe. Die Zeit der mittelalterlichen Warmperiode fällt genau in die Zeit der stärksten solaren Aktivität. Während dieser Zeit ließen sich die Wikinger in Grönland nieder und erforschten die Küsten Nordamerikas. Danach folgte die kleine Eiszeit. Die europäischen Flüsse gefroren zeitweise und die Alpengletscher erlebten einen Vorstoß und verwüsteten ganze Dörfer, was auch in zahlreichen Gemälden dieser Zeit festgehalten wurde. Die Abkühlung war aber kein europäisches Ereignis, sondern vollzog sich auf der ganzen Erde. In diesen Zeitraum fallen zahlreiche starke Vulkanausbrüche, aber auch die Anzahl der Sonnenflecken lag in einem Minimum. Beide Effekte zusammen werden derzeit als Ursache angesehen.

    Die Forschung
    Auch wenn die Lösung so augenscheinlich erscheint, kann sie täuschen. In einem Artikel von Lean et al aus dem Jahr 2002 wird erwähnt, dass Änderungen von Parametern, die als Ersatz für fehlende Messungen der Sonnenaktivität (wie Isotope des Kohlenstoffdioxids oder Berylliums) verwendet wurden, ohnehin eine Änderung erfahren haben könnten. In vielen anderen Publikationen wird die Größenordnung des solaren Antriebs als generell zu klein angesehen.  Aber änderte diese auch die Bewölkung und könnte der daraus resultierende Effekt groß genug gewesen sein?

    Solaraktivität und Bewölkung
    Henrik Svensmark
     betont, dass im Jahre 1996 gezeigt wurde, wie kosmische Strahlung, zu welcher auch Teilchen der Sonne zählen, die Wolkenbildung in der Erdatmosphäre anregt. Ist die Sonne sehr aktiv, ist das Magnetfeld besser ausgeprägt und schützt die Erde vor der kosmischen Strahlung. Damit würden weniger Teilchen auf der Erde landen, welche als Kondensationskeime für Wolken fungieren können. Bei geringerer Sonnenaktivität wäre die Erde vor den Teilchen aus dem All weniger gut geschützt, die Wolkenbildung auf der Erde würde angeregt werden und somit zu einem Kühlungseffekt führen. Andere Studien wiederlegen aber genau dies. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie schätzt den Einfluss der kosmischen Strahlung auf die Wolkenbildung auf 100-fach zu klein ein, um für die aktuelle Erwärmung wirklich signifikant zu sein.

    Fazit
    Wir wissen nicht, welche Rolle die Sonne spielt und wir werden es möglicherweise auch nicht in nächster Zukunft erfahren. Den Klimawandel als völligen Unsinn abzutun ist aber ebenso der falsche Weg wie die Klimaerwärmung in jedem kleinen Wettergeschehen zu sehen.  Bisher sind noch alle Wege in unsere Zukunft offen und wie wir mit unserem Klima umgehen ist letztendlich auch eine Umweltfrage. Oder wie sehen Sie das?

    *“In fact global warming has stopped and a cooling is beginning. No climate model has predicted a cooling of the Earth – quite the contrary. And this means that the projections of future climate are unreliable,” writes Henrik Svensmark. (eine englische Übersetzung des in Dänisch publizierten vollständigen Artikels ist hier zu finden)

    Von: Alexandra Mittermeier

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