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Künftige Solarförderung05.03.2010 11:34
Ab 1. Juli 2010 tritt die neue Regelung zum Erneuerbare-Energien-Gesetz in Kraft. Dabei wird auch die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen deutlich zurückgeschraubt.
Die Änderungen
Die Elektrizitätsunternehmen sind verpflichtet, den Strom aus erneuerbaren Energien aus dem Versorgungsgebiet abzunehmen. Die dafür vergütete Förderung soll bei neuen Dachflächen um 16 Prozent, auf Freiflächen auf Konversionsflächen um 11 Prozent, sonst um 15 Prozent gekürzt werden. Die Kategorie "Ackerflächen" soll es künftig nicht mehr geben, womit die Vergütung bis auf ein paar Ausnahmen schon bald eingestellt würde. Die Förderung des Eigenverbrauchs für Privathaushalte, also wenn der Strom nicht ins öffentliche Netz eingespeist wird, soll erhöht werden von 3,6 auf 8 Cent pro Kilowattstunde. Zudem soll diese Regelung zukünftig auch für das Gewerbe gelten für Anlagen bis 800 Kilowatt.Die Ziele der neuen Regelung
Bisher hat der Solarstrom nach öffentlichen Angaben nur einen Anteil von einem Prozent am deutschen Energiemix. Dennoch sieht man in der Solarenergie einen zentralen Zukunftsmarkt, welcher durch die verkürzte Förderung nicht gefährdet ist. Nach der Aussage von Bundesumweltminister Norbert Röttgen kam es durch den Verfall der Marktpreise bei Photovoltaikanlagen um bis zu 40 Prozent zu einer Überförderung und wirtschaftlichen Fehlanreizen. In der beschlossenen Regelung sieht man die Sicherstellung des dynamischen Ausbaus der Solarenergie bei gleichzeitig sinkenden Kosten.
Kritikpunkte
Allerdings sind die neuen Regeln nicht unumstritten. Die jährliche Absenkung der Vergütung war bereits bei Einführung des EEG geplant, Grund war vor allem das erwartete Sinken der Siliziumpreise durch erhöhte Produktionsleistung. Allerdings blieben die Erzeugerkosten auf lange Zeit auf hohem Niveau, zudem war der Markt durch die wirtschaftliche Entwicklung sehr schwankend, was die Abbildung andeuten soll. Der noch vor einem Jahr erwartete weitere drastische Preisfall und damit die erhoffte Konkurrenz der Photovoltaik mit Kohle und Atom konnte allerdings nicht erfüllt werden. Allerdings wäre diese Entwicklung ohne Subvention ohnehin nicht denkbar.Die Konkurrenz mit den Nahrungsmitteln
Von: Alexandra Mittermeier
Die größten Kritikpunkte sind der Wegfall der Kategorie "Ackerfläche" sowie die Eigenverbrauchsregelung. Hauptargument für den Wegfall der Ackerfläche ist die Konkurrenz mit dem Nahrungsmittelanbau und der energetisch verwertbaren Biomasse. Allerdings werden derzeit nur 10 Prozent der Ackerflächen in Deutschland für die Bioenergieproduktion verwendet, was 1.500.000 Hektar Fläche entspricht. Demgegenüber stehen nur 5.000 Hektar, die für die Erzeugung von Strom aus Solarkraft genutzt werden. Bei Wegfall dieser Regelung fällt somit die billigste Form der Solarstromerzeugung in Deutschland weg.
Subvention?
Kritik kommt auch von Dr. Hermann Scheer, Präsident von Eurosolar und Mitglied des deutschen Bundestages. Er sieht die gesetzliche Einspeisevergütung nicht als „Subvention“. Seiner Aussage nach ist die herkömmliche Energieversorgung hochkonzentriert und hochprivilegiert, so dass es zur Herstellung von Marktgleichheit einer gesonderten Privilegierung Erneuerbarer Energien bedarf. Allerdings sieht er das Hauptproblem in der abrupten Kürzung der Förderung. Der große Vorteil des EEG war die Planungssicherheit, da die Rahmenbedingungen auf viele Jahre standen.
Anpassung an den Markt
In Zukunft soll sich die Änderung der Förderung stärker an den Markt anpassen. Die jährliche Absenkung der Vergütung (Depression) ist abhängig vom jährlichen Ausbauvolumen. Wird das Ausbauziel von 3500 Megawatt (zuvor waren es 1700 Megawatt) überschritten, sinken die Vergütungssätze stärker als bei schwächerem Marktwachstum. Im Jahr 2009 wurden übrigens rund 3000 Megawatt neue Photovoltaikanlagen in Deutschland installiert.
- Links:
- www.erneuerbare-energien.de/inhalt/45708/4613/
- www.erneuerbare-energien.de/inhalt/45707/4613/
- www.solarserver.de/news/news-12259.html
- www.bundesnetzagentur.de/media/archive/17487.pdf
- Der Bundesnetzagentur gemeldete installierte PV-Anlagenleistung pro Bundesjahr in Megawatt (Januar bis September 2009, Stand 15.10.2009)
- www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,612539,00.html Billig-Solarzellen revolutionieren Strombranche
- www.zeit.de/online/2006/39/EEG Das unterschätzte Gesetz
- www.topagrar.com/index.php
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