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Ein 'schöner Tod': Rose mit Frost (Foto: wit)
(1) Die Luft kommt aus arktischen Regionen: Prognose für den 5.9., 2 Uhr MESZ
(2) Tief Vere II und Hoch Jindra sorgen zusammen für nördliche Strömung
(3) Taupunkte im Modellvergleich: links das europäische Modell, rechts das hochaufgelöste HIRLAM. Rot eingefärbt sind die frost-gefährdeten Regionen
Sehr frostempfindlich: der Hibiskus (Foto: only_point_five)
Der Zuckerhut sollte bereits ab 5°C mit Reisig abgedeckt werden (Foto: andreasbalzer, alle Fotos gefunden bei www.flickr.com)
Kommt gut mit Bodenfrost zurecht: der Rotkohl oder das Blaukraut (Foto: Libär)
(4) 15-Tages-Prognose von Tiefsttemperatur und Taupunkt für die 'Bodenfrost Teststation' Holzdorf
(5) Weit außerhalb: der Fliegerhorst Holzdorf in der Elbe-Elsteraue (Quelle: Google Earth)
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Bodenfrost und Garten04.09.2007 04:52
Früher Bodenfrost
Sehr früh, noch im Sommer, trat in der Nacht zum 29. August bereits Boden-, teils sogar Luftfrost auf (wir berichteten bereits davon in unserem Sommer-Rückblick).
Und auch in der kommenden Nacht sind Minusgrade in Erdbodennähe wieder durchaus möglich.
Luft arktischen Ursprungs
Den Kaltluftvorstoß, von dem an dieser Stelle am Wochenende berichtet wurde, haben Sie bestimmt schon bemerkt, wenn Sie am heutigen Dienstagmorgen vor die Tür traten: meist waren die Temperaturen einstellig.
Diese Luft mit Ursprung in der Arktis wird auch noch eine Weile bei uns bleiben, sodass es besonders in den immer länger werdenden Nächten empfindlich kühl werden wird.
Wind kommt zur Ruhe
Sorgt dabei der Luftdruckgegensatz zwischen Tief Vere II und Hoch Jindra noch für teils frischen Nordwestwind, so setzt sich letztere im Tagesverlauf durch, womit es zum Abend und in der Nacht in den tiefen Lagen des Binnenlandes zu einem deutlichen Abflauen kommen wird.
Drei Zutaten für kalte Nächte
Damit haben wir alle drei Zutaten beisammen, die wir für wirklich kühle Fleckchen brauchen: die Bewölkung muss möglichst gering sein, der Wind darf nur schwach sein, und die Luft muss trocken sein.
Taupunkt als Maßstab
Als Maß für die Luftfeuchtigkeit benutzen die Meteorologen den so genannten Taupunkt. Dies ist eine hypothetische, also nicht gemessene Temperatur. Und zwar die, auf die man die aktuelle Luft abkühlen müsste, um eine relative Luftfeuchtigkeit von 100% zu erhalten. Mit anderen Worten: die Luft wäre am Taupunkt mit Wasser gesättigt.
Die Prognose für die Taupunkte am heutigen Dienstagabend sehen Sie in Abb. 3.
Bodenfrost?
Sind dabei die oben genannten Bedingungen gegeben (gering bewölkt, windschwach), so kann man anhand des Taupunkts am Abend schon grob die Tiefsttemperatur abschätzen. Denn die Luft kühlt dann so weit ab, bis sie mit Wasser gesättigt ist.
Nun beginnt der Wasserdampf zu kondensieren, es bildet sich Tau. Dabei wird Energie in Form von Wärme frei, die Luft kühlt kaum weiter ab, stattdessen kann sich Nebel bilden.
Bei der Prognose von Taupunkten von nur noch 2°C (diese Gebiete sind rot in Abb. 3 eingefärbt) sollte man dabei schon zumindest auf Frost in Erdbodennähe gefasst sein.
Empfindliche Pflanzen schützen
Früher Bodenfrost bedeutet dabei für die Gartenfreunde natürlich auch frühes Eingreifen bei den empfindlichen Pflanzen:
Ziergarten:
Vor allem Pflanzen aus subtropischen Regionen mit mediterranem Klima, die Laub und Wurzelballen besitzen, sollten vorübergehend in geschlossene Räume gebracht werden. Dazu gehört das Wandelröschen, der Hibiskus, Granatäpfel oder Feigenbäume.
Auch Rosen sind frostempfindlich. Hier kann bereits das Anhäufeln nicht schaden, mindestens 20 cm schützen vor den ersten Bodenfrösten. Sollte es in einigen Muldenlagen auch zu Luftfrost kommen, so sind am kommenden Tag nur die geschädigten Stellen herauszuschneiden.
Für alle anderen empfindlichen Pflanzen genügt die zeitweilige Abdeckung mit Kiefernzweigen oder einem Gartenvlies, das im Fachhandel gekauft werden kann. Bitte achten Sie aber darauf, diese tagsüber wieder zu entfernen, da die zusätzliche Wärme zu einem verfrühten Austreiben führen kann.
Nutzgarten:
Der Chinakohl sollte abgeernet werden. Um ihn noch länger benutzen zu können, wickeln Sie ihn in Zeitungspapier und lagern ihn kühl.
Porree und Radicchio können mit Fichten- oder Kiefernreisig geschützt werden.
Auch Spinat und Mangold sollten vorübergehend abgedeckt werden.
Schon bei Temperaturen unter 5°C sollte der Zuckerhut unter ein Vlies.
Dagegen kommen Pastinaken und viele Kohlsorten, wie Blumenkohl, Grünkohl, Rot- und Weißkohl gut mit den ersten Minusgraden am Boden zurecht.
Droht weiterer Bodenfrost?
Nach der kommenden Nacht dürfte Bodenfrost zunächst erst einmal kein Thema mehr sein. Mittelfristig betrachtet sieht es da schon etwas anders aus.
Dazu sehen Sie in Abb. 4 die 15-Tages-Ensemble-Prognose für die Station Holzdorf.
Sie wurde deswegen ausgewählt, weil sich die Wetterstation in einer freien Muldenlage befindet, an einem Fliegerhorst der Deutschen Luftwaffe in der Elbe-Elsteraue im Grenzgebiet Brandenburg / Sachsen-Anhalt (Abb. 5). Hier tritt Bodenfrost also relativ schnell auf.
Sie sehen: insbesondere das amerikanische Vorhersagemodell zeigt nach Monatsmitte wieder deutliche Signale für kalte Nächte. Auch, wenn diese Prognose von der Mehrzahl anderer Berechnungen nicht gestützt wird, so sollten Sie aufgrund der derzeitigen Witterung immer damit rechnen.
Von: Frank Abel
- Links:
- Bild 7 (Blaukraut): www.flickr.com/photos/libaer2002/964585731/
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