Gefahr durch Ambrosia?

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  • Bild der Ambrosia-Pflanze

  • Gefahr durch Ambrosia?
    25.08.2009 07:44

    Wer ab und an die Pollenmeldungen verfolgt, wird immer öfter von der Ambrosia, korrekterweise "Ambrosia artemisiifolia" oder Beifußblättriges Traubenkraut hören. Deren Pollen sind hochallergen, die Pflanze hat keine "natürlichen Feinde" und sie breitet sich weiter aus. Wie ist der Zusammenhang mit dem Klima und welche Maßnahmen wirken?

    Allergiepotential
    Das Beifußblättrige Traubenkraut, oder einfach nur Traubenkraut blüht typischerweise von Juli bis Oktober und somit recht spät im Jahr. Das besondere am Traubenkraut ist allerdings, dass deren Pollen zu den stärksten Allergie-Auslösern unter den Pflanzen gehören. Bereits ab sechs Pollen pro Kubikmeter kommt es bei empfindlichen Personen zu allergischen Reaktionen. Ab elf Pollen kommt es zu einer starken Belastung, bei Gräserpollen ist das erst ab einer Konzentration von 50 Pollen der Fall. Studien zufolge sind insbesondere Beifußallergiker gefährdet, da diese eine Kreuzallegie mit der Ambrosia entwickeln können. Aber auch bisher Unbetroffene und nicht allergische Personen werden ungewöhnlich häufig sensibilisiert. Eine unbehandelte Allergie kann im schlimmsten Fall zu Asthma führen.

    Klimawandel und Ambrosienverbreitung
    Bisher gibt es insgesamt nur wenige Studien, die diesen Zusammenhang untersucht haben. Allerdings ist eine Korrelation zwischen ansteigender Temperatur und Verlängerung der Blütezeit vieler Pflanzenarten nicht von der Hand zu weisen. Die Zeit der allergenen Belastung würde somit ansteigen, aber auch die Schwere der Pollenbelastung? Eine Studie von 2002 hat die Pollenproduktion der Ambrosie in einer mit dem Treibhausgas Kohlenstoffdioxid angereicherten Atmosphäre untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass eine Verdopplung des Kohlenstoffdioxids eine um 61% höhere Pollen- und Blütenmenge zur Folge hatte. Insgesamt würde also eine Klimaerwärmung mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer erhöhten Belastung führen. Allerdings bliebe dann das vermehrte Wachstum nicht nur auf Ambrosiapollen beschränkt, sondern auch andere Pollen-Allergiker würden die höhere Konzentration spüren. Eine zunehmende Ausbreitung des Traubenkrauts ist zu beobachten, wahrscheinlich durch die günstigeren klimatischen Bedingungen, welche für diese Pflanze höhere Temperaturen darstellen. Ein direkter Anstieg der Allergien ist aber vorerst noch nicht eindeutig belegbar, zumindest konnte eine Kontrollstudie zur Zunahme der Sensibilisierung von Kindern im Raum Baden-Württemberg für dies keine eindeutigen Ergebnisse erzielen. Trotz sehr unterschiedlicher Verbreitung des Traubenkrauts wurden an beiden Versuchstandorten über die drei Untersuchungszeiträume eine sehr ähnlich niedrige Pollenkonzentration festgestellt. Eine generelle Korrelation mit den Ambrosiapollen-Allergien konnte nicht festgestellt werden aufgrund der Kreuzreaktivität des Traubenkrautes mit anderen allergenen Pflanzen der gleichen Familie. Dennoch legen Vergleiche mit den Ergebnissen erwachsenen Testpersonen eine Zunahme der Allergikeranzahl mit Verbreitung der Ambrosiapollen nahe.

    Initiative der FU Berlin
    Bereits in den letzten Jahren wurde in den Messfallen des Instituts für Meteorologie an der Freien Universität Berlin eine vermehrte Anzahl an Ambrosiapollen gemessen. Insbesondere in den Jahren 2003, 2006 und 2008 waren die Konzentrationen sehr stark. Deshalb wurde das "Berliner Aktionsprogramm gegen Ambrosia" gegründet. Um eine weitere Verbreitung des Beifußblättrigen Traubenkrauts zu vermindern, soll zuerst ein Atlas der bisherigen Fundstellen angelegt werden, die Pflanzen entweder durch Privatleute oder im Rahmen größerer Aktion vor der Blütezeit entfernt werden und zudem das Wissen über Ambrosia gefördert werden.

    Unterstützen Sie die Aktion, weitere Infos unter http://ambrosia.met.fu-berlin.de

    Literatur:
    Peter Wayne et al - Production of allergenic pollen by ragweed (Ambrosia artemisiifolia L.) is increased in CO2-enriched atmospheres - Annals of Allergy, Asthma and Immunology 2002;8:279-282.

    Von: Alexandra Mittermeier

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