Das Klima in Zeiten der Rezession

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  • Bild von "GLOBAL 2000": Eisskulptur als Klima-Mahnmal

  • Das Klima in Zeiten der Rezession
    08.01.2009 14:33

    "Klimakatastrophe" - 2007 wurde sie von der Gesellschaft für deutsche Sprache zum Wort des Jahres gekürt. Dicht gefolgt von "verzockt", "Umweltzone" und "Yes, we can" schaffte es aber im Jahr 2008 dann doch "Finanzkrise" auf den Thron. Die Ereignisse des vergangenen Jahres ließen die Diskussion ums Klima schnell wieder in den Hintergrund rücken.

    In den Zeiten der Finanzkrise und derer Nachwehen folgen nun ebenso schwere Zeiten fürs Klima. Zudem lässt die aktuelle Wetterlage, die mit ihren negativen Temperaturrekorden sogar Schnee ins sonnen- und luxusverwöhnte Südfrankreich brachte, jeglichen Gedanken an eine Erderwärmung bereits im Anflug erstarren. Dabei kann schnell einmal vergessen werden, dass das "Wetter" nicht dem "Klima" entspricht.

    Für viele Menschen war 2008 nicht nur das Jahr der Finanzkrise, sondern 12 Monate verheerender humanitärer Katastrophen ausgelöst durch Naturereignisse. Die diesjährige Hurrikansaison verlief ungewöhnlich heftig und es wurden zahlreiche Rekorde gebrochen. Die Saison startete nicht nur früher als zuvor, in jedem Monat gab es auch mindestens einen Sturm der Stärke 3 oder darüber hinaus. Insgesamt gab es 16 tropische Wirbelstürme, der bisherige Durchschnitt in einer Warmphase lag bei 14,7. Acht dieser tropischen Wirbelstürme erreichten sogar Hurrikanstärke. Gemessen an der Gesamtzahl war die vergangene Saison die vierstärkste seit Aufzeichnungsbeginn (siehe auch Wetter-News vom 01.01.2009). China dagegen versank buchstäblich in Schnee- und Eismassen. Die Infrastruktur von 18 Provinzen wurde dabei stark beschädigt, Straßen und Zugverbindungen wurden zum Teil zerstört und die Stromversorgung kam zum Erliegen. Die Ereignisse forderten nicht nur unzählige Todesopfer, sondern auch einen finanziellen Schaden, der mit 21 Milliarden US-Dollar zu Buche schlug.

    Direkte Rückschlüsse auf den Klimawandel (oder einen eben nicht vorhandenen) wären natürlich ebenso falsch, wie jeglichen Zusammenhang grundsätzlich abzulehnen. Aber zumindest sollten diese extremen Ereignisse erneut deutlich gemacht haben, dass noch viel Forschungsbedarf besteht. Viele Menschen sind aufgrund solcher vermeintlicher wiedersprüchlicher Ereignisse sensibilisiert. Die Zeiten, in denen Hysteriker und Endzeitpropheten allein mit dem Schlagwort "Klimakatastrophe" Wählerstimmen einfangen, Auflagen steigern und vermeintliche Umweltschützer ein Vermögen scheffeln konnten, sind eindeutig vorbei. Nun ist endlich der Weg frei für eine sachliche Diskussionen um das Thema "Klima"! Kritische Gegenfragen sind erlaubt, ohne sofort als "Klima-Zweifler" abgestempelt zu werden. Harte Zeiten, denn das Geld für künftige Klimamaßnahmen sitzt nicht mehr so locker. Aber wie bekämpft man ohnehin etwas, das man nicht richtig versteht?

    Eine Lösung für uns und für die Umwelt kann nur eine nachhaltige und gerechte Wirtschaft sein, der alleinige Weg über das Klima wird aber nicht dahin führen. Was nützt es, den vermeintlichen Klimakiller "CO2" zu bekämpfen und damit die weitere Erwärmung zu stoppen, wenn das Klimasystem durch unsere Eingriffe bereits so stark geschädigt wurde, dass die Selbstheilungmöglichkeiten der Natur zerstört wurden?
    Denn wie Ulli Kulke in seinem Artikel so schön schreibt: "Eine eindimensionale Fokussierung auf die vielschichtigen Probleme der Welt war bislang noch nie segensreich." Na also, geht doch: "Yes, we can"!

     (Hinweis: Bestimmte Rechte an den Bildern vorbehalten.)

    Von: Alexandra Mittermeier

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