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Verwüstungen nach Hurrikan Katrina in New Orleans: drohen wieder mehr Tropische Stürme?
(1) Schematische Darstellung von La Niña (Simon Eugster)
(2) Abweichungen der Wasseroberflächentemperatur vom Normalwert. Satellitenaufnahme vom 27.02.2007 (Quelle: NOAA)
(3) Temperaturen der Wasseroberfläche von heute
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Hurrikane durch "La Niña"?27.03.2007 07:55
Vor einiger Zeit berichteten wir in unseren News ja bereits über El Niño, einer Anomalie der Meeresströmung im Pazifik. Dabei verändern sich typische Niederschlagsgebiete: dort, wo Niederschlag dringend benötigt wird, bleibt er aus, andernorts drohen Überschwemmungen.
Häufig folgt auf ein El Niño-Ereignis "La Niña" (span.: das Mädchen). Grob betrachtet passiert hier genau das Gegenteil von El Niño (für alles Folgende siehe auch Abbildung 1): der Luftdruckunterschied zwischen Südostasien und Südamerika ist überdurchschnittlich, wodurch auch der Passatwind kräftiger wird. Anders als bei El Niño wird von diesem nun das warme Oberflächenwasser nach Indonesien getrieben. Dort, wo es abtransportiert wird, also vor der Küste Perus, muss Wasser aus der Tiefe nachgeliefert werden, hier wird der Ozean also kühler.
Die amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde NOAA meldet nun erste Anzeichen von La Niña: die Temperatur ist an der Wasseroberfläche im mittleren und östlichen Pazifik in Äquatornähe deutlich gesunken und liegt nun unter den Normalwerten. Zu sehen ist dies an der Satellitenaufnahme in Abbildung 2 vom 27. Februar 2007, aber auch bei der aktuellen Wassertemperatur vor der Küste Perus (eingekreist in Abbildung 3).
Bei einem La Niña-Ereignis ergeben sich Veränderungen sonst typischer Wettermuster:
- das Wasser im mittleren und östlichen Pazifik in Äquatornähe ist an der Oberfläche kühler als normal
- im westlichen Pazifik herrscht dagegen eine überdurchschnittliche Temperatur
- von Südamerika über Lateinamerika bis in die Südstaaten der USA sorgt ausbleibender Regen für Dürreprobleme
- in Südostasien dagegen ist es kühler mit mehr Niederschlägen als normal
Entwicklung für Hurrikane günstig
Insbesondere werden aber auch die Windsysteme bis nach Westafrika beeinflusst, der Geburtsstätte der meisten Hurrikane. Um genauer zu sein ist dabei die Windscherung (also die Änderung von Richtung und Geschwindigkeit) mit der Höhe geringer als sonst, wodurch die Bildung von Tropischen Stürmen begünstigt wird. Britische Forscher von Tropical Storm Risk gehen daher auch von einer überdurchschnittlich starken Saison aus mit 17 Tropischen Stürmen, davon 9 Hurrikane und 4 so genannte "Major Hurricanes". Von diesen spricht man bei Windgeschwindigkeiten ab 180 km/h, die besonders bei Landgang verheerende Schäden anrichten können. Als "normal" gilt eine Saison mit 10 Tropischen Stürmen.
Von: Frank Abel
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