Forschungssatellit "Glory" abgestürzt

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  • (1) Die Satelliten des "Earth Observing System", Quelle: NASA

    (2) So war es geplant: "Glory" im Orbit, Quelle: NASA

    (3) Überblick der Satlliten des "Earth Observing System" von 2005 bis 2015, Quelle: NASA

  • Forschungssatellit "Glory" abgestürzt
    10.03.2011 13:42

    Am 04.03.2011 um 10:09 Uhr UTC war es an der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien soweit. Der Satellit "Glory" sollte als Teil des Erdbeobachtungssystems ("Earth Observing System") Daten liefern, die Rückschlüsse auf die Eigenschaften von Aerosolen erlauben sowie deren Ursprung und Verteilung. Zudem war geplant, Solarstrahlungsdaten für die Klimaforschung zu sammeln.

    Das schnelle Ende der Mission
    Allerdings erreichte der Satellit den Orbit nicht und stürze bereits einige Minuten nach dem Start in den Pazifik. Ursache war eine nicht vollständig abgetrennte Nutzlastverkleidung der Taurus XL Rakete, welche den Satelliten in die Umlaufbahn bringen sollte. Genaueres ist aber bisher nicht bekannt.

    Die Instrumente der "Glory"
    Die Messinstrumente an Bord waren eine "Cloud Camera" zur Identifizierung von Wolken im Blickfeld des APS-Sensors sowie ein "Total Irradiance Monitor (TIM)", der die Veränderungen der Sonneneinstrahlung während der Umläufe registrieren sollte. Geplant war zudem, mit Hilfe des "Aerosol Polarimetry Sensor (APS)" der Firma Raytheon Inc. während der dreijährigen Mission von "Glory" die Menge sowie die chemischen, mikrophysikalischen und optischen Eigenschaften von Aerosolen zu messen. Mit diesem Gerät wäre es zum ersten Mal möglich gewesen, Aerosoltypen und somit auch deren Ursprung (natürlich oder anthropogen) zu unterscheiden. Damit wäre man der Wirkungsweise der Aerosole im Klimasystem näher gekommen.

    Die Rolle des Aerosols
    Aerosole, winzige in der Luft schwebende feste oder flüssige Partikel, bilden den mitunter größten Unsicherheitsfaktor im Strahlungshaushalt der Erde. Diese können organisch (Pollen, Bakterien) oder anorganisch (Seesalz, Rauch) sein und einen natürlichen oder anthropogenen  Ursprung haben. Teilweise reflektieren die Aerosole die solare Strahlung und reduzieren dessen Eintrag in die Atmosphäre. Allerdings gibt es auch einige Arten, die die Strahlung teilweise absorbieren. Dies führt lokal zu einer Erwärmung, welche die Verdunstung von Wolkentröpfchen fördert, da die relative Luftfeuchte sinkt. Dabei kann sich konvektive Bewölkung bilden, an deren Oberkante wieder vermehrt Strahlung in den Weltraum zurückgestreut wird. Ist die Luft aber beispielsweise zu trocken, kann sich, zumindest der Theorie nach, durch die Erwärmung eine Inversion bilden, welche wiederum die Wolkenbildung erschwert. Was allerdings der Theorie nach einfach erscheint, zeigt sich in der Natur in seiner vollen Komplexität. Zahlreiche weitere physikalische und chemische Wechselwirkungen kommen vor, weshalb die Größenordnung sowie die Richtung des Strahlungsantriebs kaum einzuschätzen ist. Daher ist weitere Forschung in diesem Bereich von so bedeutender Rolle.

    Vorhergehender Fehlschlag (Februar 2009)
    Ein ähnliches Schicksal erlitt der "Orbiting Carbon Observatory (OCO)" im Februar 2009 (siehe unsere News vom 26.02.2009). Die Trägerrakete war auch bei dieser Mission eine Taurus XL. Daraufhin wurden für zwei Jahre alle geplanten Starts mit diesem Raketentyp auf Eis gelegt, bis das Problem durch den Hersteller gelöst wurde. Offenbar schlug dies aber fehl, da die Ursache bei "Glory" dieselbe war. Alleine die Kosten des Satelliten betrugen bei der jetzigen Mission übrigens 424 Millionen US-Dollar.

    Von: Alexandra Mittermeier

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