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Algen als Klimaschützer?26.01.2009 12:53
"Emiliania huxleyi" ist eine winzige Algenart, aber nicht umsonst wurde diese von der Deutschen Botanischen Gesellschaft zur Alge des Jahres gewählt. Ihr wird eine bedeutende Rolle im Klimasystem der Erde zugesprochen. Und über diese erhoffen sich die Forscher des Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven mehr herauszufinden.
"Emiliania" ist fast weltweit in den Meeren zu finden, zumindest in den Schichten, welche die Sonnenstrahlen noch durchdringen können. Da sie sich mit einer kalkhaltigen Hülle umgibt, zählt sie zu den 300 bisher bekannten Kalkalgen. Dafür verwendet die Alge Kohlenstoff, welches sie als Hydrogenkarbonat aus dem Wasser aufnimmt und als Kalzit ausfällt. Stirbt die Kalkalge, sinkt sie ab undlagert sich als Sediment auf dem Meeresboden ab. Die Kreidefelsen auf Rügen gehen auf einen Sedimentationsprozess über einen Zeitraum von mehreren Millionen Jahren zurück.
Die bedeutende Rolle dieser speziellen Algenart im Klimasystem rührt aber daher, dass sie sich explosionsartig vermehren kann. Stimmen die äußeren Bedingungen, kann diese eine Flächen von mehreren Quadratkilometern einnehmen, welche auch auf Satellitenbildern erkennbar sind. Abbildung 1 zeigt solch eine Massenvermehrung in der Barentssee. Sterben die Algen ab, löst sich ihre Kalkhülle, streuen das Sonnenlicht und lassen das Wasser hellblau erscheinen. Haften die Plättchen dagegen noch an den Pflanzen, streuen sie das Licht nicht. Bei solchen massiven Vermehrungen, auch als Algenblüte bezeichnet, dominieren mit 80 bis 90 Prozent überwiegend "Emiliania".
Während der Photosynthese nimmt "Emiliania" große Teile Kohlendioxid auf, bindet es und nimmt es nach Absterben mit in die Tiefen des Meeres. Es wird also Kohlenstoff aus dem Kreislauf entfernt. Gleichzeitig bildet sie Kalziumkarbonat, was zur Versauerung der Meere führt. Beide wirken sich unterschiedlich auf das Fassungsvermögen der Ozeane aus, Kohlendioxid aufzunehmen.
Auf lange Zeit gesehen führt der vermehrte Kohlenstoffdioxidausstoß des Menschen zu einer Versauerung der Meere. Wie sich die Eigenschaft von "Emiliania" Kohlendioxid zu binden aufgrund dessen ändern wird, untersucht derzeit die Arbeitsgruppe PhytoChange des Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven.
Ob "Emiliania huxleyi" durch ihre speziellen Eigenschaften den Klimawandel eher antreibt oder abpuffert, ist noch abzuwarten.
(Hinweis: Bestimmte Rechte an den Bildern vorbehalten.)
Von: Alexandra Mittermeier
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